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Fusionsimaging kommt

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KI-gestütztes Imaging ist gelungen

51jähriger Patient mit Narbenhernie nach Nabelhernie.

Oben: Schicht-Bilder eines CT Abdomen in Ruhe (links) und während eines Valsalva-Manövers (rechts) nach der Schichtdarstellung der DICOM-Daten mit 3D Slicer®. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich bei der Anspannung nicht nur die mediane Hernie, sondern die gesamte Bauchwand verformt.

Mitte: Ergebnisse der automatischen Segmentierung mittels der im Juni 2020 auf dieser Website beschriebenen KI-Anwendung (besonderer Dank gilt Philipp Lösel und Samuel Voss). In diesem Fall bildet sich bei fehlender Veränderung der Oberfläche die Hernie in Ruhe nicht vollständig ab (links), während die Vorwölbung unter Valsalva deutlich sichtbar wird (rotes Feld im Panel rechts). Die Rektusmuskulatur ist hell- und dunkelblau rechts und links der Hernie sichtbar. Dazwischen liegt die cremefarben eingetönte Linea alba, die bei dem Patienten zu einer Fläche ausgedünnt ist.

Unten: Eine Oberflächenprojektion der Gewebeverschiebung unter Valsalva (links) und eine Isodistanz-Kartierung der oberflächlich sichtbaren Verschiebungsfelder (rechts) – eng benachbarte Linien zeigen steile Gradienten und damit Hauptbelastungszonen an. Der Pfeil markiert das Zentrum der Hernienöffnung in der Auswertung.

Die Untersucher messen im Mittel eine Hernienfläche von 51 cm² in Ruhe und 61 cm² während des Valsalva-Manövers. Offensichtlich unterschätzt die Untersucher-gestützte Auswertung die instabile Zone um ca. 30 %, da intraoperativ die instabile Fläche auf 94 cm² festgelegt wird. Die operative Versorgung erfolgt mit einem rechteckigen 20 x 30 cm Dynamesh® Cicat-Netz (CRIP: 62; MDAR: 6,4; 70 Fixationspunkte mit Prolene 2-0; GRIP 227). Die KI-gestützte Segmentierung ergibt in Ruhe eine Hernienfläche von weniger als 1 cm² und unter Valsalva eine Hernienöffnung von 28 cm². Die instabile Bauchwand zwischen den Rektusmuskeln wird in Ruhe mit 89 cm² und unter Valsalva als 86 cm² bestimmt. Es kann festgehalten werden, dass bei diesem Patienten die automatisierte Auswertung die instabile Fläche während des Valsalva-Maneuvers im Vergleich zu der intraoperativen Festlegung mit einer Abweichung von 9 % bestimmt. Die Sicherheitsmarge des 3,7fachen GRIP zu dem erforderlichen CRIP ergibt nach derzeitigem Kenntnisstand eine dauerhaft sichere Versorgung.

Das Vorgehen ist im Detail beschrieben in Clinical Biomechanics Kallinowski F, Ludwig Y, Löffler T, Vollmer M, Lösel P, Voss S, Görich J, Heuveline V, Nessel R. Biomechanics applied to incisional hernia repair – considering the critical and the gained resistance to impacts related to pressure. Clin Biomech (preprint online) 2020; ist unter DOI 10.1016/j.clinbiomech.2020.105253 abrufbar

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